akutelle Steuerinformationen


Kompliziertes einfach erklärt

Gemeinsam mit unseren Mandanten erarbeiten wir stets individuelle Strategien und Lösungen. Darüber hinaus möchten wir unsere Mandanten aber auch informiert halten über die wesentlichen Änderungen in der Steuergesetzgebung.

Daher haben wir für Sie das AKTUELLE aus der Steuerwelt in Kurzform für Sie zusammengestellt.





UNTERNEHMER

Regelbesteuerung spätestens mit der Einkommensteuererklärung beantragen

Ausschüttungen aus einer Kapitalgesellschaftsbeteiligung unterliegen regelmäßig dem 25%igen Abgeltungssteuersatz. Wer jedoch zu mindestens 25% an der Kapitalgesellschaft beteiligt oder für die Gesellschaft selbst beruflich tätig ist und dabei mindestens 1% der Anteile hält, kann die Abgeltungssteuer "abwählen", indem er einen Antrag auf Regelbesteuerung stellt. In diesem Fall unterwirft das Finanzamt die Einkünfte aus der Beteiligung der tariflichen Einkommensteuer und wendet das Teileinkünfteverfahren an.

Hinweis: Der Antrag auf Regelbesteuerung wird häufig gestellt, um Finanzierungskosten bei den Kapitaleinnahmen in Abzug bringen zu können.

Nach dem Einkommensteuergesetz muss der Antrag auf Regelbesteuerung spätestens "zusammen mit der Einkommensteuererklärung" gestellt werden. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass der Antrag nach Abgabe der Einkommensteuererklärung nicht nachgeholt werden kann.

Name bei Gaststättenbewirtung unverzichtbar

Betrieblich veranlasste Bewirtungen sind in Höhe von 70 % der angemessenen Kosten als Betriebsausgaben absetzbar. Als Nachweis des betrieblichen Anlasses sind schriftlich anzugeben Ort, Tag, Teilnehmer und Anlass der Bewirtung sowie die Kosten. Hierzu genügen also Eigenbelege.Bei Bewirtung in einer Gaststätte ist deren Rechnung vorzulegen, hat der Bundesfinanzhof klargestellt. Die Rechnung kann nicht durch Eigenbelege ersetzt werden wie bei anderen Bewirtungen. Die Rechnung muss den Namen des bewirtenden Unternehmers enthalten. Davon kann nur bei Kleinbetragsrechnungen im umsatzsteuerlichen Sinne abgesehen werden. Kleinbetragsrechnungen lauten auf höchstens € 150. Eine nachträgliche Ergänzung der Rechnung um den Namen des bewirtenden Unternehmers ist nur durch den Inhaber der Gaststätte oder dessen Bevollmächtigten zulässig.

Fahrtenbuch: Neues zu Mängeln

Die Privatfahrten mit betrieblichen Pkw sind grundsätzlich nach der sog. 1%-Regelung zu versteuern, wenn kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt wird. Voraussetzung der 1%-Regelung ist eine betriebliche Nutzung des Fahrzeugs zu über 50%. Angesichts der strengen Anforderungen an das Fahrtenbuch ist es ständiger Streitpunkt mit dem Finanzamt, ob es im Einzelfall ordnungsgemäß geführt ist. Neuen Entscheidungen des Bundesfinanzhofs ist zu entnehmen:Zu den Mindestanforderungen gehören insbesondere der Ausweis von Datum und Ziel der jeweiligen betrieblichen Fahrt. Es genügt nicht, wenn als Fahrtziele jeweils nur Straßennamen angegeben sind, Hausnummer und der Name des besuchten Unternehmens oder Kunden fehlen. Anders ist es allenfalls, wenn im Einzelfall allein aus der Angabe der Straße auf das genaue Fahrtziel geschlossen werden kann. Ferner reicht nicht der Name eines Unternehmens, wenn es in dem Ort mehrere Filialen des Unternehmens gibt. Sicherheitshalber sollte man daher Straße und Hausnummer sowie den Namen der besuchten Firma oder des Kunden angeben.Die für ein Fahrtenbuch notwendigen Angaben müssen grundsätzlich in diesem selbst enthalten sein. Fehlende Angaben dürfen nicht durch nachträglich erstellte Auflistungen ergänzt werden.Handschriftliche Aufzeichnungen genügen nicht, wenn sie nur der Unternehmer selbst entziffern kann. Nur wenn auch ein Finanzbeamter sie lesen kann, sind sie als Nachweis geeignet.Größere Abweichungen hinsichtlich der gefahrenen Kilometer bei wiederholten Fahrten zu demselben Ziel können die Ordnungsmäßigkeit eines Fahrtenbuchs in Frage stellen, wenn für die Abweichungen keine Erklärungen gegeben werden. In einem entschiedenen Fall ergaben sich bei Fahrten zu demselben Ziel zwischen 232 und 288 gefahrene Kilometer. Bei derart großen Unterschieden liege der Verdacht nahe, dass Umwege gefahren wurden. Der Grund für die Umwege hätte im Fahrtenbuch verzeichnet werden müssen. 

 

ARBEITGEBER UND ARBEITNEHMER

Berücksichtigung von Umzugskosten

Arbeitnehmer können die Kosten für einen Umzug als Werbungskosten abziehen, wenn der Wohnungswechsel beruflich veranlasst ist. Hiervon geht die ständige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs beispielsweise aus, wenn der Arbeitnehmer durch den Umzug eine erhebliche Fahrtzeitverkürzung von mindestens einer Stunde täglich erreicht. Ein Pilot aus Niedersachsen hat vor dem BFH trotz einer solchen erheblichen Fahrtzeitersparnis keinen Werbungskostenabzug durchsetzen können. Die Entfernung zwischen seiner Wohnung und seinem neuen Einsatzflughafen betrug 455 Kilometer, so dass er sich entschied in sein "nur" 255 Kilometer vom Flughafen entfernt liegendes geerbtes Elternhaus einzuziehen. Die Kosten für den Umzug in Höhe von € 12.000 setzte er in seiner Einkommensteuererklärung als Werbungskosten an. Zugleich erklärte er gegenüber seinem Finanzamt, dass er in der Zeit zwischen dem Umzug und dem Jahresende lediglich 13 Hin- und Rückfahrten von seiner neuen Wohnung zu seinem neuen Einsatzflughafen unternommen hatte.

Der BFH lehnte einen Werbungskostenabzug ab und erklärte, dass die Rechtsprechung zu Umzugskosten deshalb einer Mindestfahrtzeitersparnis von einer Stunde fordert, weil eine solche tägliche Ersparnis nach der Lebenserfahrung so bedeutsam für einen Arbeitnehmer ist, dass er einen Umzug in Richtung seines Arbeitsplatzes in Betracht zieht. Diese Überlegung basiert also auf dem Regelfall, dass der Arbeitnehmer häufige Pendelfahrten zur Arbeit unternimmt. Sucht er seinen Arbeitsplatz nur selten auf, fällt die Fahrtzeitersparnis für ihn weniger ins Gewicht, so das berufliche Gründe nicht zwangsläufig der auslösende Moment für den Umzug sein müssen. Die Umzugskosten sind somit nicht beruflich veranlasst.

Arbeitszimmer

Die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer können als Betriebsausgaben oder Werbungskosten nur abgezogen werden, wenn entweder ein anderer Arbeitsplatz nicht zur Verfügung steht oder wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen oder betrieblichen Betätigung bildet. Dabei handelt es sich um zwei getrennt voneinander zu beurteilende Tatbestände. Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, dass bei Hochschullehrern und Richtern das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet. Für den Beruf des Hochschullehrers sei die Vorlesung in der Universität und für den Richter die Ausübung der rechtsprechenden Tätigkeit im Gericht prägend. Beide Tätigkeiten könnten nicht im häuslichen Arbeitszimmer verrichtet werden. Unerheblich sei, wie viele Stunden im häuslichen Arbeitszimmer zugebracht werden. Die Aufwendungen für die Arbeitszimmer konnten daher nicht anerkannt werden. Auch ein auf € 1.250 beschränkter Abzug wegen eines fehlenden Arbeitsplatzes beim Arbeitgeber kam in den entschiedenen Fällen nicht in Betracht, weil Arbeitsplätze beim Arbeitgeber genutzt werden konnten.Telearbeitsplatz in der Wohnung voll absetzbar?Hat sich ein Arbeitnehmer aufgrund einer Vereinbarung mit seinem Arbeitgeber einen Telearbeitsplatz in seiner Wohnung eingerichtet, von dem aus er mehrmals in der Woche seine Arbeit zu erbringen hat, gelten für die anfallenden Kosten nicht die Abzugsbeschränkungen wie für ein häusliches Arbeitszimmer. Dies entschied das Finanzgericht Rheinland-Pfalz.Ein Beamter hatte mit seinem Dienstherrn vereinbart, dass er an 2 von 5 Tagen in der Woche zuhause an seinem Telearbeitsplatz zu arbeiten habe. Der Arbeitgeber war berechtigt, den Arbeitsplatz in der Wohnung nach vorheriger Ankündigung zu besichtigen. Der Arbeitsplatz wurde in einem besonderen Raum im Dachgeschoss des Einfamilienhauses des Arbeitnehmers eingerichtet. Das Finanzgericht erkannte die anteiligen Kosten des Raumes voll als Werbungskosten an. In diesem Fall handele es sich nicht um ein Arbeitszimmer, das den steuerlichen Abzugsbeschränkungen unterliege. Gegen das Urteil wurde vom Finanzamt Revision eingelegt. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Bundesfinanzhof. 

Werbungskosten für Zweitausbildung

Kosten der erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums können nur begrenzt auf € 6.000 im Jahr als Sonderausgaben abgesetzt werden, wenn die Ausbildung oder das Studium nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfinden. Die Kosten einer "Zweitausbildung" sind dagegen unbegrenzt als Werbungskosten absetzbar.Eine angestellte Verkehrsflugzeug-Pilotin machte Ausbildungskosten der Pilotenausbildung geltend. Sie hatte früher eine Ausbildung als Flugbegleiterin bei einer Airline erfolgreich absolviert. Das Finanzamt wollte die Ausbildungskosten nur begrenzt als Sonderausgaben berücksichtigen, da die Pilotenausbildung für sie die "Erstausbildung" sei. Der Bundesfinanzhof entschied anders. Die erstmalige Berufsausbildung setze nicht ein Berufsausbildungsverhältnis nach dem Berufsbildungsgesetz oder eine bestimmte Ausbildungsdauer voraus. Maßgebend für eine "Erstausbildung" sei nur, dass sie den Betreffenden befähige, aus der angestrebten Tätigkeit Einkünfte zu erzielen. Demnach war im Urteilsfall bereits die Ausbildung zur Flugbegleiterin die erste Ausbildung. Die Ausbildung zur Pilotin war bereits die zweite, daher voll absetzbare Ausbildung.. 

 

IMMOBILIENBESITZER

Einkünfteerzielungsabsicht beim der Vermietung eines Ferienhauses

Im Rahmen der Vermietung eines Ferienhauses ist aus steuerlicher Sicht einiges zu bedenken. Soferrn alle Kosten des Ferienhauses als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend gemacht werden sollen, ist eine Privatnutzung des Ferienhauses ausgeschlossen.

Darüber hinaus hat der BFH im Hinblick auf die Einkünfteerzielungsabsicht im Rahmen der Vermietung eines Ferienhauses entschieden, dass eine Einkünfteerzielungsabsicht typischerweise dann vorliegt, wenn die Vermietung nicht mehr als 25% unter der ortsüblichen Belegungszeit liegt. In diesem Fall können grundsätzlich alle Ausgaben wie Abschreibungen, Schuldzinsen und sonstige Werbungskosten steuermindernd geltend gemacht werden - abzüglich eines eventuellen Privatnutzungsanteils. Darüber hinaus muss im Zweifel nachgewiesen werden, dass aus der Vermietung des Ferienhauses über die Totalperiode betrachtet ein Totalüberschuss erzielt wird. Hierzu ist ein Plan über einen Dreißigjahreszeitraum mit allen Einkünften und Ausgaben (üblicherweise orientiert am Durchschnitt der letzten fünf Jahre) zu erstellen. Sofern über diese Totalperiode betrachtet die Erzielung eines Totalüberschusses nicht nachgewiesen werden kann, wird die Vermietung in vollem Umfang der privaten Lebensführung zugeordnet. Verluste aus der Vermietung bleiben steuerlich ungenutzt.

 

PRIVATBEREICH

Erbschaftsteuer auf Familienheim

Eltern können ihren Kindern ein selbstbewohntes Familienheim erbschaftsteuerfrei vererben, sofern die Kinder die Immobilie nach dem Erbfall unverzüglich zur Nutzung zu eigenen Wohnzwecken betimmen. Ein Erbe ist vor dem BFH mit dem Vorstoß gescheitert, die Steuerbefreiung auch ohne Selbstnutzung zu beziehen. Er hatte von seinem Vater ein Einfamilienhaus geerbt und nach der Renovierung fremdvermietet. Vor dem Finanzamt hatte er die Steuerbefreiung für Familienheime beansprucht und erklärt, dass er aufgrund einer vom Arbeitgeber augesprochenen Residenzpflicht zwingend in der Nähe seines Arbeitsorts wohnen muss, der 500 Kilometer von der Immobilie entfernt liegt. Somit sei er wegen objektiv zwingender Gründe an einer Selbstnutzung der geerbten Immobilie gehindert, so dass ihm die Steuerbefreiung zu gewähren sei.

Der BFH urteilte jedoch, dass die Immobilie nicht erbschaftsteuerfrei vererbt werden konnte. Die von der Befreiungsvorschrift geforderte "Bestimmung der Selbstnutzung" liegt nur vor, wenn der Erbe die Absicht hat, das Haus selbst zu eigenen Wohnzwecken zu nutzen und diese auch tatsächlich umsetzt. Es genügt nicht, wenn der Erbe lediglich angibt, dass er die Immobilie zwar zu Selbstnutzung bestimmt hat, er sie aber aus zwingenden Gründen nicht selbst bewohnen kann.

Hinweis: Nach der Regelung im Erbschaftsteuergesetz entfällt die Steuerbefreiung für Familienheime nachträglich, wenn der Erbe die zunächst erfolgte Selbstnutzung innerhalb von zehn Jahren nach dem Erbfall aufgibt. Gibt er die Selbstnutzung innerhalb dieser Frist jedoch aus zwingenden Gründen auf, bleibt die Steuerfreiheit erhalten.

Schulgeld an Privatschule in der Schweiz

In Deutschland lebende Eltern können Schulgeld, das sie für den Schulbesuch ihres Kindes an Schulen in Deutschland, in anderen Ländern der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zahlen, unter bestimmten Voraussetzungen als Sonderausgaben abziehen. Der Abzug ist möglich in Höhe von 30%, jedoch betragsmäßig auf € 5.000 im Jahr begrenzt. Der Sonderausgabenabzug ist nicht zulässig bei Schulgeld, das für den Schulbesuch einer Privatschule in der Schweiz gezahlt wird. Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum EWR. Es besteht, wie der Bundesfinanzhof entschieden hat, kein Anspruch auf Gleichbehandlung.